Pferdepsychologie & Verhaltenstherapie
Pferdepsychologie & Verhaltenstherapie

-Sehvermögen des Pferdes und den Einfluss auf das Verhalten-

 

Wenn man sich mit dem Sehvermögen eines Pferdes beschäftigt, erklärt dies so einiges Verhalten eines Pferdes im Training oder allgemein in alltäglichen Situationen. Da das Sehvermögen und das Farbensehen ein sehr komplexes Thema ist und für ein Beitrag viel zu breit gefächert ist, hier ein paar wichtige Fakten um das Pferd besser verstehen zu können.

 

Jedes Auge eines Pferdes hat durchschnittlich eine Sehfeld von 190-195 Grad. Es ist dem Pferd also möglich, ohne den Kopf zu drehen eine Rundumsicht von bis zu 340 Grad zu haben.

Der binokulare Bereich, also der Bereich der das Pferd mit beiden Augen vor dem Kopf gleichzeitig wahrnehmen kann, beträgt etwa 60-70Grad. Das binokulare Sehfeld ist bei uns Menschen doppelt so groß. Dem Pferd fällt es schwerer als uns Menschen Entfernungen abzuschätzen.

Die gute Sicht in die Ferne die das Pferd hat, sollte im Umgang mit dem Pferd auf jeden Fall beachtet werden. Unsere Pferde sehen schon häufig viel früher Dinge in der Ferne die wir als Menschen nicht wahrnehmen. Diese gute Sicht war für die Vorfahren unserer Pferde überlebenswichtig. So konnte eine potentielle Gefahr für die Herde Bsp. ein Raubtier frühzeitig erkannt werden.

Das Pferd besitzt mehrere tote Winkel, die es nicht sehen kann ohne den Kopf zu drehen.
Diese sind im Bild mit den blauen Pfeilen markiert. ( Diese toten Winkel gelten nur, wenn das Pferd geradeaus schaut!!)

 

Die Besonderheit des Sehvermögens eins Pferdes ist, dass Pferde Gegenstände die Sie nur mit einem Auge sehen unscharf wahrnehmen. Das Pferd muss also den Kopf drehen um Gegenstände scharf zu sehen. Wenn Pferde nun nicht die Möglichkeit haben den Kopf zu drehen,werden Sie schneller nervös und sie geraten häufig in Panik.
Wenn ein Pferd nervöser und ängstlicher ist, wenn es nun mit Hilfszügel etc. ausgebunden wird, liegt es daran, dass es seine Umgebung nicht richtig wahrnehmen kann.

Bei schnell wechselnden Lichtverhältnissen scheuen Pferde häufig, da sie geblendet werden. Die schnelle Anpassung von dunkel zu hell oder anders herum bereitet den Pferden Schwierigkeiten. In der freien Wildbahn war eine schnelle Anpassung nicht notwendig, da die Sonne ja nicht plötzlich auf und unter geht und die Pferde sich so langsam daran gewöhnen konnten.

 

Beide Augen eines Pferdes können Reize zeitgleich unabhängig von einander in unterschiedlichen Gehirnhälften verarbeiten. Vor allem bei Gelassenheitstraining mit neuen Gegenständen sollte darauf geachtet werden, dass die verschiedenen Übungen auf beiden Händen geübt werden, so dass das Pferd auch die Möglichkeit hat, alles von beiden Seiten zu sehen.

Über das Farbsehen von Pferden gibt es in der Literatur viele verschiedene Angaben. Untersuchungen der Retina des Pferdeauges sprechen dafür, dass die Farben Blau und Gelb besonders gut erkannt werden. Es wird vermutet, dass das Farbsehen von Pferd zu Pferd unterschiedlich ist und dass bei manchen Pferden sogar eine partielle Farbblindheit vorkommen kann. Dies bedeutet dann, dass die verschieden Farben von Pferden als verschiedene Grautöne erkannt werden würden. Auch zum Thema Gelassenheitstraining ist es wichtig mit den gleichen Gegenständen in unterschiedlichen Farben zu arbeiten. Also man sollte z.B nicht nur mit einer blauen Plane trainieren sondern auch mal eine andersfarbige Plane verwenden.

 

 

Mit den blauen Pfeilen sind die "toten Blickwinkel" markiert, die das Pferd nicht sieht, wenn es den Kopf gerade hat
Pferdepsychologie und Verhaltenstherapie Aileen Haller
73230 Kirchheim unter Teck
Telefon: - -
Mobiltelefon: 0162-8938247
Fax: -
E-Mail-Adresse:
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Pferdepsychologie und Verhaltenstherapie Aileen Haller